Den Schuhen auf der Spur

Ob Pumps, Mokassins oder Plateau-Sandalette. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an verschiedenen Schuhtypen für jeden Geschmack, jedes Wetter und jeden Anlass. Aber welche Schuhe trug man vor 50 oder gar 500 Jahren? Und wie entstand die Idee Schuhe zu tragen eigentlich?
Der Siegeszug der Schuhe begann recht früh – wahrscheinlich vor ca. 14.000 Jahren. Denn etwa zu dieser Zeit fingen die Menschen an ihre Füße in Tierhäute und Felle zu hüllen. Dies diente eher praktischen Gründen wie dem Schutz vor Kälte, Hitze oder steinigen Untergründen. Zwar hatten diese Fußbekleidungen noch keine großen Ähnlichkeiten mit den Schuhen wie wir sie heute kennen, aber die Idee des Schuhs war geboren.

Erste Anfänge

Die Römersandalette mit Keilabsatz hatte ihren Ursprung schon vor ein paar tausend Jahren.

Keilsandalette

Die Ägypter fingen ca. 3000 Jahre vor Christus an Schuhe aus Papyrus und Bast zu flechten – die erste Sandale entstand. Aber erst die Römer entwickelten die Idee des Schuhs weiter. Sie fingen als Erste an die Schuhe nach linkem und rechtem Stück zu unterscheiden. Bis dahin trugen die Menschen nämlich noch recht unbequeme, identische Schuhe.
Außerdem wurden sie für ihre knielangen Stiefelsandaletten bekannt. Diese sogenannten Römersandalen sind uns bis heute erhalten geblieben – sie sehen ihren Vorgängern immer noch ähnlich, sind jetzt aber deutlich kürzer.

Neue Formen und Arten

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte brachten die Mittelmeerländer immer neue Einflüsse. Die Männer trugen etwa ab dem 4. Jahrhundert Stiefel und Frauen fingen an Holzkeile unter ihren Sandalen zu tragen – dabei galt: je höher das Plateau, desto wohlhabender und angesehener die Trägerin. Außerdem kreierten die Briten eine neue Form: den Schnabelschuh. Er lief vorne spitz zusammen und wurde mehrere Größen größer getragen als nötig gewesen wäre. Dies war aber eine heikle Angelegenheit für die Menschen, da sie nun immer wieder aus ihren Schuhen heraus stolperten und sich verletzten.

Revolution der Schuhindustrie

Auch der Umgang mit den Schuhen änderte sich. Während Schuhe am Anfang noch eher praktischen Gründen dienten, rückte jetzt die Optik immer mehr in den Fokus. Die Schuhe wurden immer mehr verziert und es entstand der Eindruck, dass die Schuhe Rückschlüsse auf den sozialen Stand ihres Trägers zulassen würden. So trugen beispielsweise die Dienstboten des Kaisers andere Schuhe als die einfache Bevölkerung.
Mit dem 19. Jahrhundert wurde die Schuhherstellung abermals revolutioniert – diesmal mit der Erfindung der Nähmaschine. Von nun an mussten Schuhe nicht mehr mühevoll per Handarbeit hergestellt werden, sondern konnten industriell und damit in großen Stückzahlen angefertigt werden.

Das Jahrhundert der Gegensätze

Sandaletten mit Plateauabsatz etablierten sich im 20. Jahrhundert.

Plateau Sandalette

Die Schuhtrends des 20. Jahrhunderts wurden immer kurzlebiger und kontroverser. Während die Schuhe 1910 noch zurückhaltender waren, rückten sie in den Goldenen 20er Jahren immer mehr in den Mittelpunkt. Dies lag vor allem daran, dass die Röcke immer kürzer wurden und damit das Hauptaugenmerk sofort auf die Schuhe fiel. Diese waren nun mit bunten Perlen, Strass und Perlmutt verziert. In den darauffolgenden 30ern kreierte der italienische Designer Salvatore Ferragemo den Keilabsatz. Auffallend war auch, dass Frauen generell wieder häufiger zu hohen Schuhen griffen und der klassische Pump wieder zu einem absoluten Must-Have wurde. Die 40er waren geprägt von hohen Plateau-Absätzen aus Kork und Holz, welche aber 10 Jahre später schon wieder von den Pfennigabsätzen abgelöst wurden. Die Schuhe wurden nun nicht mehr aus teurem Leder hergestellt, sondern waren immer öfter aus Gummi oder Kunststoffen. Dies sorgte auch dafür, dass sich die Trends in dieser Zeit immer schnelllebiger veränderten – Schuhe waren nicht länger ein Luxusgut, sondern konnten von jedermann bezahlt werden. In den 60er Jahren hielt der schrille Hippie-Look Einzug in die Kleiderschränke der Menschen. Bunte Blockabsätze im angesagten Flower-Power Stil waren von den Straßen nicht mehr weg zu denken. Aber auch dieser Trend geriet schnell wieder in Vergessenheit – diesmal wegen den Overkneestiefeln, die man zu kurzen Hotpants kombinierte. In den 80er Jahren kannten die Menschen keine Tabus mehr, es wurde noch einmal schrill – diesmal mit bunten Cowboy-Stiefeln. In den 90ern etablierten sich nun die Sneakers, als fester Bestandteil eines jeden Kleiderschrankes. Außerdem brachte Buffalo seine berühmten Plateau-Schuhe mit den bunten Absätzen heraus und Birkenstock setzte auf eine neue Stilrichtung: den Gesundheitsschuh.

Na, neugierig geworden? Die Schuhe von heute findet ihr wie immer auf I’m walking! 🙂

 

http://www.lerntippsammlung.de/Die-Geschichte-der-Schuhe.html
http://www.geo.de/GEOlino/kreativ/mit-siebenmeilenstiefeln-durch-die-geschichte-1202.html?p=3
www.return2style.de/
www.modeopfer110.de/mode-know-how/modetrends-der-20er-80er

www.70er-kleidung.de/schuhe.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Schuh

 

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